Binärkram

Ausstellung im Kunstquartier Schweinfurt

Duo 1: WTF! & LOL!

In einer Welt, die immer schneller taktet, verlangen wir auch von uns selbst maximale Effizienz.Z.

Ein Klick am Bildschirm, und eine Fläche ist digital in Millisekunden perfekt gefüllt. Doch als ich den Stift auf die Leinwand setzte, wurde mir klar: Echte Entschleunigung lässt sich nicht beschleunigen. Sie braucht Zeit, Zug um Zug.

Diese beiden Zeichnungen entstanden in einer Phase, in der mir die skurrile Dynamik des Alltags besonders bewusst wurde.

Das Leben pendelt ständig zwischen zwei Extremen:
Momenten, in denen man nur verständnislos den Kopf schütteln kann, und solchen, in denen die Welt so absurd ist, dass man einfach darüber lachen muss.

Übersetzt in den Binärcode unserer digitalen Gegenwart stehen sich hier ein binäres WTF! und ein LOL! gegenüber.

Sie sind eine charmante Einladung, den eigenen Optimierungswahn kurz abzuschalten, Rückschläge mit einem Augenzwinkern zu nehmen und dem Leben zuzurufen:

„Okay, shit happens – aber ich lache trotzdem.“

Duo 2: DIAPHAN

Wir verfeinern täglich unsere Eigenheiten, treffen vermeintlich ganz individuelle Entscheidungen und fühlen uns einzigartig. Doch je digitaler und vernetzter unsere Welt wird, desto deutlicher tritt ein Muster zutage: Wir sind durchschaubarer, als wir es uns eingestehen wollen.

Der Binärcode auf diesen beiden Bildern buchstabiert das Wort diaphan – transparent, lichtdurchlässig, durchscheinend.

Die Arbeiten halten uns einen feinsinnigen Spiegel vor.
Sie zeigen, wie berechenbar menschliches Verhalten in einer datengetriebenen Struktur wird, ohne dabei belehrend zu wirken.

Es ist der Versuch, das Unsichtbare sichtbar zu machen:
die feinen, mathematischen Fäden, die sich durch unser modernes Dasein ziehen und uns viel transparenter machen, als es unser Ego manchmal wahrhaben möchte.